Fugen in beheizten und nicht beheizten Calciumsulfatestrichen
"LANXESS Calciumsulfatbinder CAB 30" ist ein im Vergleich zu Zement spannungsarm erhärtendes Bindemittel. Konventioneller Calciumsulfatestrich weist ein vernachlässigbares Schwind- und Quellmaß von kleiner 0,1 mm/m auf; die daraus resultierende Gefahr von späteren Rissbildungen in den Estrichflächen ist äußerst gering. Große unbeheizte Estrichflächen lassen sich deshalb problemlos fugenlos herstellen. Ausgenommen sind Bauwerksfugen, die grundsätzlich im Estrich und Bodenbelag übernommen werden müssen. Bewehrungen in Form von Stahlmatten oder Faserbewehrungen, die bei Zementestrichen teilweise eingesetzt werden, haben bei Calciumsulfatestrichen keinen Nutzen und sind somit überflüssig.
Umfangreiche Untersuchungen im Institut für Bautechnik in Aachen zum Thema "Fugen bei beheizten Calciumsulfat-Fließestrichen" kamen zu folgendem Ergebnis:
Unter optimalen Baustellenvoraussetzungen können beheizte Calciumsulfat-Fließestrichen großflächig ohne Fugen verlegt werden. Alle thermisch bedingten Längenänderungen können innerhalb der Bewegungsfugen in den Estrichrandbereichen aufgenommen werden. Da im Regelfall die Baustellenbedingungen jedoch nicht optimal sind, hat die IGE (Industriegruppe Estrichstoffe) ein Merkblatt herausgegeben, das Empfehlungen zur Ausbildung von Bewegungsfugen bei Calciumsulfat-Fließestrichen enthält. Diesen Empfehlungen schließen wir uns bei Verwendung unseres Bindemittels "Calciumsulfatbinder CAB 30" an.
Die Erkenntnisse von beheizten Calciumsulfat-Fließestrich lassen sich prinzipiell auf konventionell verlegte Calciumsulfat-Heizestriche übertragen. Der thermische Ausdehnungskoeffizient eines konventionellen Calciumsulfat-Heizestrichs liegt allerdings unter Verwendung von "LANXESS Calciumsulfatbinder CAB 30" in einer Größenordnung von 0,008 mm/mK und damit um 30 - 50 % unter den Werten für beheizte calciumsulfatgebundene Fließestriche. Bei analoger Fugenausbildung zum Fließestrich ist dadurch bei einem beheizten konventionellem Calciumsulfatestrich die Gefahr von auftretenden Rissbildungen wesentlich geringer.
Unsere langjährigen Erfahrungen bei konventionellen Calciumsulfat-Heizestrichen auf Basis von "Calciumsulfatbinder CAB 30" stellen sich wie folgt dar:
Seit fast 5 Jahrzehnten vermarkten wir synthetischen Calciumsulfatbinder CAB 30, in erster Linie zur Herstellung von Calciumsulfatestrichen im Wohnungs- und Verwaltungsbau. Gerade bei beheizten Fußbodenkonstruktionen ist der Anteil an calciumsulfatgebundenen Estrichen sehr hoch. Die Möglichkeit der großflächig fugenlosen Verlegung ist hierbei oft das ausschlaggebende Argument für den Einsatz eines Calciumsulfatestrichs. Eine Befragung unserer Kunden bzgl. der fugenlosen Verlegung von beheizten Calciumsulfatestrichen fiel sehr eindeutig aus. 124 Estrichfachbetriebe mit bis zu 25 Jahren Erfahrung im Umgang mit unserem Bindemittel wurden befragt. Zur Auswertung kamen 13,8 Mio Quadratmeter Calciumsulfat-Heizestrich, wobei 11,8 Mio Quadratmeter (86%) ohne jegliche Fugen in den Flächen und Türdurchgängen verlegt wurden. Die Bewegungsmöglichkeit dieser Estrichplatten wurde innerhalb der Randfugen sichergestellt. Die verbleibenden 14% der Gesamtflächen wurden z.T. aus schalltechnischen Gründen mit Fugen ausgeführt. Von den 11,8 Mio Quadratmetern fugenlos verlegten Calciumsulfat-Heizestrichen blieben bis heute 99,9% ohne jegliche Reklamation.
Wir können in Zusammenhang mit Estrichfugen nur auf die Erfahrungen unserer Kunden verweisen, da wir kein Fertigprodukt ausliefern und somit eine Gewährleistung nur für das Bindemittel "Calciumsulfatbinder CAB 30" abgeben können. Letztendlich liegt es im Verantwortungsbereich des Planers zu entscheiden, ob in Einzelfällen ggf. Fugen erforderlich werden. Randbedingungen wie z.B. Sonneneinstrahlung bei großen Fensterflächen oder unterschiedlich gesteuerte Heizkreise sind bei der Erstellung des Fugenplans vom Bauwerksplaner zu berücksichtigen.
Weitere Hinweise zum Thema Fugenplanung bei konventionellen Calciumsulfatestrichen und Calciumsulfat-Fließestrichen finden Sie hier.
