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Trocknungsverhalten von Calciumsulfat- und zementgebundenen Estrichen


Das Trocknungsverhalten von mineralisch gebundenen Estrichen ist von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. Neben der Mörtelzusammensetzung sind die klimatischen Randbedingungen im Bauwerk von besonderer Bedeutung.


Alleine die Mörtelrezeptur kann vom Estrichunternehmer beeinflußt werden. Durch die Verwendung eines Zuschlagmaterials mit idealem Kornaufbau in Kombination mit einem trocknungsbeschleunigenden Zusatzmittel (z. B. Meborapid®) und einer erdfeucht eingestellten Verarbeitungskonsistenz kann der Wasseranspruch eines Estrichmörtels auf ein Minimum reduziert werden.


Die Verantwortung für die Trocknungsbedingungen in einem Bauwerk kann nicht vom Estrichunternehmer übernommen werden. Unter ungünstigen Klima- und Lüftungsbedingungen trocknet eine Estrichplatte gar nicht aus. Hierzu einige kurze Ausführungen: 

 

-  Luft kann bis zu einem bestimmten Sättigungsgrad Feuchtigkeit aufnehmen. Diese feuchtigkeitsgesättigte Luft muss aus dem Bauwerk abgeführt werden. Findet kein Luftaustausch statt, kommt der Trocknungsprozess zum Stillstand. 

-  Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft. Bei gleicher relativer Feuchtigkeit enthält warme Luft eine größere Wassermenge (siehe Tabelle). 

 

Lufttemperatur

Relative Luftfeuchtigkeit

Wassergehalt der Luft

10 ° Celsius

70 %

6,6 g/m³

25 ° Celsius

70 %

16,1 g/m³


Demnach liegen ideale Trocknungsbedingungen vor, wenn kalte Luft in ein Bauwerk gelangt, hier aufgeheizt wird und mit einem deutlich höheren Wassergehalt wieder abtransportiert wird. Solche idealen Bedingungen können in den Wintermonaten erreicht werden.

 

Im Sommer herrschen oft umgekehrte Verhältnisse. Warme Luft mit einem hohen Wassergehalt gelangt in den Baukörper, wird dort abgekühlt und kann keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen. Es kann sogar passieren, dass an der kalten Estrichoberfläche Wasser kondensiert und der Feuchtigkeitsgehalt im Estrich wieder ansteigt.


Die aufgeführten bauphysikalischen Zusammenhänge machen deutlich, dass die Ursache für ein langsames Austrocknen einer Estrichplatte in den meisten Fällen einfach aufzuzeigen ist. Soll der Austrocknungsprozess beschleunigt werden, so ist unbedingt für eine ausreichende Belüftung zu sorgen. Darüber hinaus kann durch Beheizung des Bauwerks und ggf. durch Einsatz von Trocknungsgeräten (Kondensationstrockner) die Trocknungszeit deutlich verkürzt werden.